Es ist nicht immer leicht mit der Hochsensibilität. Sie ist Auslöser für vieles, das uns ärgert und der Frust kann schon mal ganz schön groß sein. Doch erwischst du dich nicht auch manchmal, dass du sie als Ausrede für dein Verhalten verwendest? Klar, häufig wissen wir es gerade nicht besser. Dennoch gibt es diese kleinen Momente, wo wir ahnen, dass etwas anderes dahinter steckt als unsere Hochsensibilität und uns trotzdem einreden, dass sie der Auslöser ist. Heute möchten wir also darüber sprechen, welche 3 Gründe es gibt, damit aufzuhören, deine Hochsensibilität als Ausrede zu verwenden und was du tun kannst, damit das gar nicht mehr nötig ist.

„Nichts ist leichter als Selbstbetrug, denn was ein Mensch wahr haben möchte, hält er auch für wahr“

– Demothenes –

Hochsensibilität als Ausrede

Es ist völlig normal, dass wir uns der Wahrheit verschließen. Schließlich kann sie mit Arbeit verbunden sein oder unangenehme Tatsachen zum Vorschein bringen. Es ist eine Art Selbstschutz und vermeintliche Schonung der Seele. Kurzfristig zumindest. Langfristig wirst du merken, dass etwas nicht stimmt.

Hochsensibilität als Ausrede zu verwenden, scheint mittlerweile modern zu sein. Immer häufiger bemerke ich in den Medien Personen, die stolz präsentieren, dass sie hochsensibel sind. Wenn man dann aber genauer schaut, mit welchen Problemen sie sich beschäftigen und warum sie glauben, hochsensibel zu sein, wird uns hochsensiblen Frauen schnell klar, da kann etwas nicht stimmen. Blöd nur, dass es nach Außen den völlig falschen Eindruck vermittelt und hochsensible Personen in falsche Schubladen gesteckt werden. Es zeigt aber auch, wie viele glauben, dass die „Diagnose“ Hochsensibilität die Lösung für alle Probleme ist. Dass es nur die Spitze des Eisbergs ist, verstehen wohl nur hochsensible Personen.

Doch auch wenn du tatsächlich hochsensibel bist, wirst du die Momente kennen, wo du deine Hochsensibilität vorschiebst und als Ausrede verwendest. Meistens, weil du vor etwas Angst hast oder weil du die Wahrheit gerade nicht wahrhaben möchtest. Es ist ja auch leicht. Die Hochsensibilität beeinflusst unser ganzes Leben, da kann sie an dem Problem ja auch noch Schuld sein oder?

Typische Ausreden könnten dabei sein:

  • „Meine Hochsensibilität ist schuld an meiner Schüchternheit“
  • „Wäre ich nicht hochsensibel, würde ich …“
  • „Hochsensible Personen haben es immer schwerer im Leben“
  • „Mit meiner hochsensiblen Art kann ich nicht …“
  • „Mit meiner Hochsensibilität finde ich keinen Job“
  • „Ich wäre gerne erfolgreich, aber meine Hochsensibilität…“
  • „Ich kann nicht selbstständig arbeiten, wenn ich hochsensibel bin“
  • „Eigentlich wäre das spannend, aber ich bin hochsensibel, das klappt bestimmt nicht…“
  • „Aufgrund meiner Hochsensibilität ist das so und so…“

Aber so einfach ist das nicht. Wer sich zu langer der Wahrheit verschließt, wird weder eine Lösung finden noch eine positive Entwicklung erfahren. Das Leben wird schwerer statt leichter. Daher möchte ich dir drei Gründe nennen, warum es nicht gut ist Hochsensibilität als Ausrede zu verwenden.

3 wichtige Gründe, Ausreden zu stoppen

Diese drei Gründe sollen dir helfen, ein Verständnis dafür aufzubauen, wie wenig es dir bringen wird, deine hochsensible Art als Ausrede zu verwenden.

 

Grund 1: Deine Hochsensibilität wird zum unschuldigen Täter

Es ist manchmal wirklich belastend, hochsensibel zu sein (schau dir die Vor- und Nachteile von Hochsensibilität an). Nur leider wird es nicht besser, wenn du sie durchgehend mit etwas Negativem verbindest. Solltest du sie jetzt also auch noch als Ausrede nehmen, beispielsweise, um etwas nicht zu tun, dann verbindet dein Unterbewusstsein noch mehr negative Gedanken mit ihr. So entfernst du dich immer mehr davon, deine Hochsensibilität als Teil von dir anzunehmen. Das wäre ein großer Rückschritt in einem sehr wichtigen Prozess.

Zudem kann sie ja nicht einmal etwas dafür. Es sind also unnötige negative Credits. Spare dir diese Negativität lieber für Momente auf, die dich wirklich aufgrund deiner sensiblen Art schlecht fühlen lassen. Als Beispiel kann hier die Reizüberflutung genannt werden, für die du aufgrund der körperlichen Ursache einfach nichts kannst. Einen Raum zu verlassen, weil dir gerade alle Geräusche, Gerüche und Gespräche zu viel werden, ist keine Schwäche, sondern Stärke, da du auf deine Grenzen geachtet hast. Das ist keine Ausrede.

Wenn du dir aber sagst, deine Hochsensibilität ist schuld daran, dass dich der süße Mann in der Bahn nicht angesprochen hat und Männer eh nicht auf solche Typen wie dich stehen, machst du die Hochsensibilität definitiv zum unschuldigen Täter.

Grund 2: Du verschließt dich vor dem wahren Grund

Wie schon erwähnt, wäre eine Ausrede nur eine kurzfristige Lösung. Die Wahrheit wartet immer noch auf dich und möchte entdeckt werden. Und sie wird dich auch nicht in Ruhe lassen. Gerade unser hochsensibles Gehirn ist viel zu aufmerksam und unsere Intuition warnt uns. Wir können uns nicht lange selbst belügen.

Wenn du wirklich etwas an der Situation ändern möchtest, musst du dich mit dem wahren Grund auseinandersetzen. Sich zu verschließen ist für deine persönliche Entwicklung sehr hinderlich. Das kostet vielleicht Kraft, vielleicht ist es unangenehm und erfordert Mut. Aber was du dafür geschenkt bekommst, ist es alle Male wert: Gewissheit und eine Grundlage, auf der man aufbauen kann.

Ohne diese Klarheit wirst du es nicht schaffen, in deinem Leben voran zu kommen und glücklich zu werden. Steig aus deiner Opferrolle und übernehme Eigenverantwortung, indem du der Wahrheit auf die Spur kommst und damit umgehen lernst.

Grund 3: Du raubst dir ungeahnte Möglichkeiten

Gehörst du zu den Personen, die ihre Hochsensibilität gerne als Entschuldigung für etwas nehmen? Ich habe es lange Zeit gemacht und mich damit sehr in meinen Möglichkeiten beschränkt.

Ein Beispiel: Wir Hochsensible lieben es, allein zu sein und niemanden in unserer Nähe zu haben. Dementsprechend meiden wir häufig Treffen mit mehreren Personen, ja manchmal sogar Treffen mit Freunden. Achte das nächste Mal darauf, bevor du so ein Treffen absagst, ob es wirklich daran liegt, dass du gerade lieber alleine sein möchtest oder ob du doch eher die Begegnung mit neuen Menschen scheust. Besonders im beruflichen Bereich vermeiden wir solche Situationen häufig oder? Die Hochsensibilität hat damit eher wenig zu tun und hindert dich also niemals daran, neuen Möglichkeiten nachzugehen. War es das letzte Mal nicht eher die Angst vor der Selbstdarstellung bei unbekannten Kontakten oder weil du nicht genau weißt, wie man Smalltalk hält oder vor Leuten spricht?

Wenn du dich weiterentwickeln möchtest, muss du deine Komfortzone verlassen. Nur so ist Wachstum möglich. Dafür ist es notwendig, etwas Mut und Wille mitzubringen. Deine Hochsensibilität kann absolut nichts dafür, wenn du dir Dinge nicht zutraust.

Du hast bereits gesehen, wie wichtig die Wahrheit ist. Finde also den Grund heraus, wenn es nicht deine Hochsensibilität ist. Es wäre schade, wenn du Chancen verpasst, die leicht zugänglich gewesen wären. Ich hatte z.B. einmal ziemliche Panik vor einem großen Treffen mit wichtigen Vertretern in meinem beruflichen Bereich. Fast hätte ich es abgesagt mit der Ausrede, dass ich zu sensibel für solche Treffen bin. Doch ich habe meinen Mut zusammengenommen und bin trotzdem gegangen. Tatsächlich war das Treffen dann sehr sehr wichtig für meinen Beruf und ich konnte viele Kontakte knüpfen, die noch heute wichtig für mich sind. Was ich aber noch mehr gelernt habe, ist, dass beides funktioniert: ins kalte Wasser zu springen und meine Hochsensibilität dabei zu berücksichtigen. Ich bin nämlich früher gegangen als die anderen, aber ich war da und darauf kommt es an.

Was hilft dir?

Du hast gemerkt, die Ausrede Hochsensibilität wird dich nicht weiter bringen. Aber warum nutzen wir sie dann doch so oft? Schau dir noch einmal die typischen Ausreden an. Bemerkst du ein Muster?

Oft schieben wir die Hochsensibilität vor, wenn wir noch nicht genug Selbstliebe in uns tragen oder zu wenig Selbstvertrauen oder Selbstbewusstsein haben, um sich in bestimmte Situationen zu begeben.

Natürlich kann es auch sein, dass du dir noch nicht die nötige Fähigkeit der Selbstreflexion aufgebaut hast und gar nicht bemerkst, dass die Hochsensibilität nichts damit zu tun hatte. Selbstreflexion ist aber nur möglich, wenn du etwas reflektieren kannst. Dafür muss mehr über dich wissen. Es wird nun Zeit, dass du dich stärker mit dir beschäftigst:

Selbstliebe lernen

Selbstliebe ist die Basis, um innere Stärke aufzubauen und von innen zu strahlen.

Selbstvertrauen aufbauen

Um dich aus deiner Komfortzone zu trauen, benötigst du genug Vertrauen in dich selbst.

Selbstbewusstsein schaffen

Um Vertrauen und Liebe für dich zu schaffen, musst du dir deiner bewusst werden und dich kennen. Welche Bedürfnisse, Ziele und Träume hast du?

Mehr Infos dazu findest du auf meinem Instagram-Kanal und in den nächsten Blogbeiträgen

Fazit:

Mach dir immer bewusst: wenn es nicht gerade ein körperlicher Grund ist, kann dich deine Hochsensibilität an nichts hindern. Sobald du deine Hochsensibilität als Ausrede verwendest, steckt also immer ein anderer Grund dahinter.

Um dich selbst nicht zu belügen und deiner persönlichen Entwicklung im Weg zu stehen, solltest du immer versuchen, die Wahrheit herauszufinden. Nur so kannst du deine aktuelle Situation verbessern und Wachstum zulassen.

Die häufigsten Ursachen sind fehlende Selbstliebe, zu wenig Selbstvertrauen oder zu wenig Wissen über dich und deine Persönlichkeit. Zeige Eigenverantwortung und beginne dich mit dir zu beschäftigen. Meine nächsten Blogartikel werden dir dabei sicherlich helfen.

Deine           Jana

Deine Autorin: Jana

Viele Jahre habe ich meine sensible Seite als Schwäche gesehen, bis ich erkannt habe, welches Geschenk wir sensiblen Frauen doch erhalten haben. Denn wir leisen Frauen können ganz stark sein. Deswegen möchte ich dich auf deinen Weg in ein selbstbestimmtes und leichtes Leben begleiten und dir zeigen, wie ich es geschafft habe und du es auch schaffen kannst. Erfahre mehr…