Du sitzt da, denkst über eine Kleinigkeit nach und zack sind auf einmal 20 Minuten vergangen. Den Ursprungs-Gedanken weißt du schon gar nicht mehr. Stattdessen hast du tausend Themen angeschnitten, Dinge verknüpft, weitergesponnen, aber ohne ein wirkliches Ergebnis oder einen Nutzen zu erhalten.

Na, erwischt? Passieren dir solche Gedankenspiralen häufiger? Dann bist du nicht allein. Vielen Hochsensiblen geht es so wie dir. Doch warum ist das so und gibt es einen Weg, diese unnötigen Gedankenhaufen zu stoppen? Ich möchte dir in diesem Blogartikel meine besten Tipps an die Hand geben und dir Mut machen, über die richtigen Dinge nachzudenken.

 

Warum haben wir Gedankenspiralen?

Wahrscheinlich hast du bereits Erfahrungen mit Gedankenspiralen gemacht und empfindest sie als super nervig. Warum also werden wir damit belastet? Was haben sich Körper und Geist dabei gedacht?

Vielleicht hast du dich mal während einer Gedankenspirale beobachtet. Der Blick wird starr, du blinzelst weniger, du tauchst vollständig in deine Gedanken ein, alles um dich herum vergisst du und die Gedanken verselbstständigen sich. Wirkliche Kontrolle hast du nicht mehr.

Dein Körper zwingt dich damit zum Stillstand.

Nun könnten man sich ausschließlich darüber ärgern und sofortige Selbstbestimmung verlangen. Doch tatsächlich sollen dir Gedankenspiralen nur helfen. Ja, richtig gelesen. Gedankenspiralen sind ein Zeichen deines Geistes, das du ernst nehmen darfst.

Er verschafft dir Zeit, damit du deine großartige Fähigkeit, besonders tief und vernetzt zu denken, ausleben kannst.

Hochsensible haben einen großen Bedarf, diese Eigenschaft zu nutzen, weil wir täglich sehr viele Eindrücke aufnehmen und verarbeiten müssen. Mehr als bei anderen Menschen. Aber: In welche Richtung die Gedanken gehen ist dabei entscheidend.

Am liebsten hat dein Geist die Selbstreflexion, in denen wir Hochsensiblen wahre Meister sind!

Und das wird der Grund sein, warum du diesen Blogartikel liest. Denn Selbstreflexion ist super hilfreich für persönliches Wachstum und um aus Fehlern und Erfolgen zu lernen. Wenn deine Selbstliebe aber auf der Kippe steht oder du wenig Selbstvertrauen hast, dann entstehen viele viele Zweifel und Ängste und genau dann entstehen die Gedankenspiralen, die uns unsere Kraft rauben, weil wir nur noch tiefer in die Negativität gezogen werden.

Was die meisten von uns dabei missverstehen: Der Körper will uns nicht quälen. Er hat gar keinen Plan damit. Er bemerkt nur, dass eine Flut an Gedanken gehört werden wollen und schafft Raum dafür. Was das für Gedanken sind, weiß er nicht.

 

Gute und schlechte Gedankenspiralen

Gedankenspiralen sind in erster Linie ein neutrales Instrument deines Körpers. Erst die Bewertung der Gedanken machen sie zu etwas Gutem oder Schlechten. Der Unterschied liegt darin, ob deine Gedankenspiralen eine Belastung für dich sind und ob du sie kontrollieren kannst. Deswegen möchte ich dich daran erinnern, dass es 2 Typen von Gedankenspiralen gibt:

Gute Gedankenspiralen

Sei ehrlich zu dir: Eigentlich liebst du es doch zu denken oder? Du hast einen schönen Einfall, vielleicht eine Geschenkidee für deine Freundin und du malst dir in den schönsten Farben aus wie es ihr gefallen wird. Oder du planst deinen Urlaub und hörst das Meer praktisch schon rauschen. Du fühlst dich in Gedanken rein und das kann wundervoll sein.

Oder du hast einen kleinen Blitzgedanken auf der Arbeit, der dich nicht mehr loslässt. Du möchtest die Idee immer weiterspinnen und am Ende hast du vielleicht ein geniales Konzept für das nächste Projekt.

Du siehst, Gedankenspiralen kannst du auf eine positive Weise für dich nutzen. Sie beflügeln dich und machen gute Laune.

Schlechte Gedankenspiralen

Auf der anderen Seite gibt es die Gedankenspiralen, die dir kein gutes Gefühl geben.

Ist dir bereits aufgefallen, dass während einer Gedankenspirale häufig Gedanken aus der Vergangenheit auftauchen, bereits Erlebtes eine Rolle spielt und du häufig nach Verbindungen und Rückschlüssen suchst, während sich die Gedankenspirale dreht? Oder du hinterfragst dein Verhalten in längst vergangenen Situationen?

Das sind eindeutige Hinweise darauf, dass dein Geist noch lange nicht alles verarbeitet hat, was du erlebt hast oder Selbstzweifel in dir drin sind, für die du noch keine Lösung gefunden hast.

Depressionen sind für Betroffene so schlimm, weil sie von diesen negativen Gedanken kontrolliert werden und sie sich selbst nicht aus der Spirale befreien können oder noch tiefer sinken. WICHTIG: Hast du häufig Gedankenspiralen, die dich stark belasten, dann geh bitte den Schritt und such dir Hilfe. Du musst damit nicht alleine bleiben und wenn es eine Krankheit wie eine Depression ist, die dahintersteckt, dann ist es ohne professionelle Unterstützung wahrscheinlich nicht möglich, dich selbst zu befreien. Das ist kein Versagen, sondern ganz ganz mutig von dir. Leider neigen gerade Hochsensible häufig zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen. Achte daher besonders auf dich.

 

3 Tipps, um Gedankenspiralen zu stoppen

Du hast nun vielleicht den Eindruck bekommen, dass du völlig hilflos deinen Gedankenspiralen ausgeliefert bist. Doch dem ist nicht so.

Wichtig ist in erster Linie, dass du

  • die Kontrolle zurück gewinnst
  • selbstbestimmt deine Gedankenspiralen für dich nutzt.

Mit diesen 3 Tipps möchte ich dir Tools zeigen, die dir im Umgang mit deinen Gedankenspiralen helfen werden. Denn Fakt ist: du wirst Gedankenspiralen nicht für immer verbannen können und das ist auch nicht so schlimm.

1. Optimiere deine Gedankenverarbeitung

Du hast gelernt, dass Gedankenspiralen dadurch entstehen, dass Erlebtes nicht richtig verarbeitet wurde. Damit diese Gedanken nicht mehr hilflos in deinem Unterbewusstsein umherschwirren, kann es super hilfreich sein, wenn du bestimmst, was mit diesen Gedanken passiert und sichergehst, dass sie verarbeitet werden.

Auch wenn du diesen Tipp schon so oft gehört hast, werde ich ihn hier nochmal wiederholen: Schreibe ein Tagebuch.

Ein Tagebuch bietet dir die Gelegenheit, deinen Tag zu reflektieren und damit auch zu verarbeiten. Zudem „lädst“ du praktisch deine Gedanken auf das Papier ab. Das leert im wahrsten Sinne des Wortes deinen Geist. Das Futter für Gedankenspiralen wird damit massiv reduziert.

2. Finde deinen persönlichen Stopp-Knopf

Du hast die Fähigkeit, Gedankenspiralen zu stoppen. Damit du es schaffst, aus dem Gedankenkarussel auszusteigen, benötigst du ein Wort, Zeichen oder Bewegung, dass dich daran erinnern kann, aufzuhören, egal wie tief du gerade drinsteckst. Vielleicht ist es das Berühren deines Armbands, das Zwinkern deiner Augen oder einfach das Wort Stopp, das du dir zwischen den vielen Gedanken sagst. So ein Anker ist sehr individuell.

Ich habe für mich das Einatmen gewählt, weil ich häufig während der Gedankenspiralen vergesse, regelmäßig zu atmen. Irgendwann muss ich dann ja einatmen und das ist dann das Zeichen für mich wieder in der Realität anzukommen. Damit schaffe ich es mittlerweile, die Gedankenspiralen relativ kurz zu halten.

Es ist eine Sache der Übung und wie oben bereits erwähnt, kann es sein, dass du diesen Stopp-Knopf krankheitsbedingt gar nicht bedienen kannst. Sei nicht sauer auf dich, wenn das der Fall sein sollte.

3. Überprüfe, ob sich Gedankenmuster wiederholen

Wie du jetzt weißt, haben Gedankenspiralen einen Grund und Ursprung. Beobachte deine Gedanken während dieser Zeit. Schreibe sie dir regelmäßig auf und überprüfe nach einiger Zeit, ob sich bestimmte Gedanken oder Muster wiederholen. Dadurch wird es dir möglich, die Themen zu finden, die dich beschäftigen und mit denen du dich tiefer auseinandersetzen solltest. Beispiel: Landest du vielleicht immer wieder an den Punkt, wo du dich kritisierst und schlecht beurteilst? Dann könnte du das als Zeichen sehen, dass du dich mit deiner Selbstliebe beschäftigen solltest.

 

Zum Schluss: Beschenke dich mit Gedanken

Ich hoffe, du konntest deine Sicht auf Gedankenspiralen ändern und erkennst nun, dass du sie wunderbar für dich nutzen kannst. Du erfährst sehr viel über dich und kannst deinem Körper dankbar sein, dass er dich unterstützen möchte. Trau dich, weiterzuforschen und versuche dich auf positive Gedankenspiralen zu konzentrieren. Gedanken sind etwas Wundervolles. Nutze die Fähigkeit von uns Hochsensiblen, tiefer zu denken. Nur eben für, statt gegen dich 🙂

Deine Jana

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