Einen Test für Hochsensibilität im Internet zu finden ist leicht. Ihn auszufüllen auch. Immer häufiger wird dieses Testverfahren jedoch kritisiert. Ich möchte dir zeigen, warum die Kritik teilweise berechtigt ist und was du beachten solltest, wenn du solche Tests nutzt. Außerdem bleibt ja noch eine Frage zu klären: Was fängst du mit dem Ergebnis an? Auch darauf möchte ich dir eine Antwort geben. Viel Spaß beim Entdecken 🙂

„Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“

– Winston Churchill –

Allgemeine Infos über das Testverfahren

Wenn du meinen Blogartikel über Hochsensibilität gelesen hast, wirst du ein paar Links zu verschiedenen Tests gefunden haben, mit denen du herausfinden kannst, ob du hochsensibel bist. Diese Tests sind alle ähnlich aufgebaut. Sie zeigen übliche Aussagen von Hochsensiblen zu bestimmten Themen oder Situationen und je mehr du ihnen zustimmst, desto eher bist du hochsensibel.

Über diese Methode lässt sich natürlich streiten und sie steht zurecht in der Kritik. Fragebögen können nie ein 100% richtiges Ergebnis liefern, vor allem, wenn sich die Person selbst einschätzen soll. Zudem ist das Feld einfach zu wenig erforscht. Reizempfindlichkeit gibt es beispielsweise auch ohne Hochsensibilität. Ein Schwarz-Weiß-Denken ist also nicht angebracht. Die Tests sind zu einseitig aufgebaut. Es fließen einfach noch viele weitere Komponenten mit rein, die Symptome der Hochsensibilität auslösen können. Wahrscheinlich gibt es eher viele verschiedene Stufen zwischen hochsensibel und wenig sensibel. Jeder ist individuell. Die meisten Testergebnisse zeigen aber nur ein entweder-oder und decken damit nicht ansatzweise alle Fälle von Sensibilität ab.

Was aber sicher ist, dass sich viele hochsensible Personen eine Antwort wünschen. Eine Antwort auf ein Leben und Gefühl, das so ganz anders erscheint, als bei den anderen Personen in ihrem Umfeld. Zeigt so ein Test also das Ergebnis an, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit hochsensibel sind, fühlen sie sich fast erleichtert. Sie können sich endlich mit etwas identifizieren und das Kind hat einen Namen bekommen.

Aller berechtigter Kritik also zum Trotz bin ich der Meinung, dass jeder, der Fragezeichen im Kopf hat, einen Test ohne Bedenken ausfüllen kann. Ich finde die Wirkung des Testergebnisses ist an dieser Stelle wichtiger als das Verfahren.

Gründe, warum ein Test trotzdem die richtige Wahl sein kann:

  • Das Gefühl bekommt einen Namen und du kannst anders damit umgehen.
  • Die Fragen in den Tests sind ein guter Anlass, mehr über dich nachzudenken.
  • Sie sind im Moment noch die einzige Methode, um Hochsensibilität Zuhause nachzuweisen

Was du beachten solltest

Dennoch möchte ich dir gerne zeigen, wie wichtig der richtige Umgang mit solchen Tests und vor allem dem Ergebnis ist. Deswegen gebe ich dir nun 3 Tipps auf dem Weg, die dir helfen, reflektiert und bewusst solche Tests anzugehen.

 

Tipp 1: Verlasse dich nicht auf einen Test

Die meisten Tests haben zwar ein ähnliches Verfahren, aber dennoch unterschiedliche Fragen, über die du nachdenken kannst. Außerdem geben dir die verschiedenen Tests jeweils andere Erklärungen für dein Testergebnis. Manche Tests sagen dir nur, ob du hochsensibel bist oder nicht. Aber es gibt auch welche, die mehrere Typen von Hochsensiblen herausgearbeitet haben oder die einschätzen, ob du eher stark oder wenig sensibel bist.

Zudem solltest du dich niemals nur auf einen Test bei solch wichtigen Themen verlassen. Je mehr Tests du machst, desto eher bekommst du ein Gefühl dafür, ob die Tests das widerspiegeln, was du dir als Antwort auf deine Fragen erhoffst oder ob das Thema vielleicht doch nicht auf dich zutrifft.

Nicht zuletzt wäre es schade, wenn du dir die Möglichkeit entgehen lässt, durch unterschiedliche Fragestellungen immer wieder neue Erkenntnisse über dich zu erhalten.

 

Tipp 2: Sieh das Ergebnis nur als Anregung

Was auch immer die Tests dir für Ergebnisse liefern, behandle sie nur als Anregung, um mehr über dich zu erfahren. Es ist kein Urteil fürs Leben sondern ein möglicher Wegweiser. Ob du hochsensibel bist oder nicht spielt keine Rolle. Wichtig ist, wie du dich fühlst und ob du Antworten auf deine Fragen erhalten hast.

So ein Testergebnis ist also nur der Beginn einer besseren Beziehung zu dir. Ermutige dich, dich kennen zu lernen. Finde heraus, was du brauchst, was du für Eigenschaften hast, wo deine Grenzen liegen.

 

Tipp 3: Vertraue deinem Gefühl

Wenn du ein anderes Ergebnis erhalten hast, als erwartet, ist das kein Grund zur Panik. Wie schon erwähnt ist so ein Test sehr sehr einseitig und nur auf übliche Aussagen von Hochsensiblen aufgebaut. Individuelle Besonderheiten oder Bedürfnisse werden kaum berücksichtigt.

Nur weil das Ergebnis negativ war, heißt es nicht, dass du nicht doch hochsensibel sein kann. Vielleicht bist du ja nur in bestimmten Bereichen hochsensibel. Eben auf deine Weise.

Du solltest in erster Linie immer auf dein Gefühl vertrauen. Gerade wenn du hochsensibel bist, wirst du an dieser Stelle eine gute Intuition haben und selber merken, was richtig und falsch ist. Forsche daher weiter und sieh das Ganze als Ansporn, noch mehr über dich herauszufinden. Vielleicht erkennst du ja plötzlich neue Zusammenhänge?

Was auch immer es ist, gib niemals so einem Test oder einer anderen Person die Macht, über dich  zu urteilen und für dich zu entscheiden. Höre auf deine innere Stimme und vertraue dir.

?

Fazit

Ein Test für Hochsensibilität zu nutzen ist eine gute Möglichkeit, um mehr über dich herauszufinden. Ein klare Antwort auf die Frage, ob du hochsensibel bist oder nicht, können sie dir aber nicht geben. Eindeutige Ergebnisse können dir dennoch helfen, einer Antwort auf deine Fragezeichen ein Stück näher zu kommen.

Wichtiger ist viel mehr, dass du nicht solchen Tests sondern deinem Gefühl vertraust. Finde deine innere Stimme. Um wirklich herauszufinden, wer du bist, musst du dich mit dir beschäftigen. Diese Aufgabe kann dir kein Test der Welt abnehmen. Erst wenn du die Eigenverantwortung für dein Leben übernimmst, kannst du bestimmen, wohin die Reise geht. Also pack deine Koffer und starte das Abenteuer…

deine            Jana

Deine Autorin: Jana

Viele Jahre habe ich meine sensible Seite als Schwäche gesehen, bis ich erkannt habe, welches Geschenk wir sensiblen Frauen doch erhalten haben. Denn wir leisen Frauen können ganz stark sein. Deswegen möchte ich dich auf deinen Weg in ein selbstbestimmtes und leichtes Leben begleiten und dir zeigen, wie ich es geschafft habe und du es auch schaffen kannst. Erfahre mehr…